Ausrüstung: Notfall-Kommunikation (Comms)
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Information ist in einer Krise die wertvollste Ressource. Zu wissen, ob eine Evakuierung angeordnet wurde, welche Strassen passierbar sind oder wo sich Hilfsgüter-Verteilstellen befinden, entscheidet über das weitere Vorgehen. Wenn das Internet und die Mobilfunknetze zusammenbrechen, ist klassische Funktechnik die einzige verbleibende Nabelschnur zur Aussenwelt.
Gefahr: Funkpeilung & OPSEC
Wer funkt, wird gesehen. Funksignale können mit einfachsten Mitteln (SDR-Sticks und Peilantennen) auf wenige Meter genau lokalisiert werden. Im Krisenfall gilt strenge Funkdisziplin: Viel zuhören, extrem wenig senden. Wenn gesendet wird, dann kurz, prägnant und idealerweise nicht direkt aus dem eigenen Safehouse.
1. Der Ausfall der zellulären Netze
Ein grosser Irrtum ist die Annahme, das Smartphone würde bei einem Stromausfall weiterhin funktionieren, solange man eine Powerbank besitzt. Mobilfunkmasten benötigen Strom, um das Netz aufrechtzuerhalten. Die meisten Masten in Europa verfügen nur über Batterie-Puffer (USV) für etwa 2 bis maximal 4 Stunden. Sobald diese Batterien leer sind, bricht das Netz regional komplett zusammen.
2. Passive Informationsbeschaffung (RX)
Das wichtigste Kommunikationsmittel für jeden Haushalt ist ein vom Stromnetz unabhängiger Weltempfänger oder ein Kurbelradio. Es ermöglicht das Abhören von behördlichen Warnmeldungen.
- Kurbel-/Solarradio: Ein Gerät mit Handkurbel, Solarpanel und integrierter Powerbank. Es empfängt UKW (FM) und Mittelwelle (AM). Wichtig: Mittelwelle reicht deutlich weiter als UKW und wird oft für überregionale Notfall-Broadcasting-Sender genutzt.
- Breitbandempfänger (Scanner): Ein kleiner Scanner ermöglicht das Abhören von unverschlüsseltem BOS-Funk (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, falls regional noch analog gefunkt wird), Flugfunk und Amateurfunk-Relais, um ein Lagebild zu erstellen.
3. Aktives Senden & Funkgeräte (TX)
Um innerhalb der eigenen Gruppe (Squad) zu kommunizieren oder im äussersten Notfall Hilfe zu rufen, werden aktive Sendeempfänger (Transceiver) benötigt. Hierbei wird grob in drei Kategorien unterschieden:
PMR446 (Walkie-Talkie)
Reichweite: 1-3 km (urban)
Lizenzfrei, billig und einfach zu bedienen. Ideal für die Kommunikation innerhalb der Familie oder bei der Absicherung des eigenen Grundstücks (Bug-In). Batterien (AA/AAA) können einfach bevorratet werden.
CB-Funk (11-Meter-Band)
Reichweite: 5-20 km
Lizenzfrei. Eignet sich hervorragend im Auto (Bug-Out-Vehicle) oder als Heimstation mit einer Dachantenne. Standardkanal für Notrufe (Prepper-Szene) ist oft Kanal 3 (FM) oder Kanal 9 (AM).
Amateurfunk (HAM)
Reichweite: Global
Erfordert eine staatliche Prüfung und Lizenz. Die absolute Königsklasse der Kommunikation. Mit Geräten wie dem Baofeng UV-5R (VHF/UHF) oder Kurzwellen-Geräten kann man Kontinente überbrücken. Nutzung ohne Lizenz ist nur im absoluten Notfall (Lebensgefahr) gestattet.
// SOP: P.A.C.E. Kommunikationsplan
Lege mit deiner Familie vorher fest, wie ihr kommuniziert, falls ihr getrennt werdet. Zum Beispiel: Primary: Handynetz. Alternate: Treffen am Safehouse. Contingency: PMR-Funkgerät auf Kanal 3 um exakt 12:00 und 18:00 Uhr einschalten. Emergency: Tote Briefkästen (Dead Drops) mit Kreidemarkierungen an vereinbarten Punkten nutzen.
// ENDE DES PROTOKOLLS //