Ausrüstung: Nahrungsrationierung & Vorratshaltung
Inhaltsverzeichnis
Der menschliche Körper kann Wochen ohne Nahrung auskommen, doch die physische und psychische Leistungsfähigkeit nimmt bereits nach 48 Stunden rapide ab. Eine durchdachte Vorratshaltung verhindert panische Einkäufe zu Beginn einer Krise ("Hamsterkäufe") und sichert die Autarkie der eigenen Gruppe.
Kritische Lebensgefahr: Kohlenmonoxid (CO)
Das Kochen oder Heizen mit Gas, Benzin, Holzkohle oder Esbit-Tabletten in geschlossenen Räumen produziert tödliches, geruchloses Kohlenmonoxid. Ohne ausreichende Querlüftung führt dies innerhalb kurzer Zeit zu Bewusstlosigkeit und Tod. Kocheinsätze immer draussen, auf dem Balkon oder direkt am weit geöffneten Fenster durchführen!
1. Kalorienbedarf unter Krisenbedingungen
Der reguläre Grundumsatz eines Erwachsenen liegt bei etwa 2.000 kcal pro Tag. In einem Krisenszenario ändert sich dieser Bedarf je nach Situation drastisch:
- Bug-In (Einigeln / Warten): ca. 1.500 - 1.800 kcal. Da Energie gespart wird und man sich wenig bewegt, kann die Rationierung strikter ausfallen.
- Winter-Szenario ohne Heizung: ca. 2.500 kcal. Der Körper verbrennt massiv Energie, um die Kerntemperatur aufrechtzuerhalten. Fettreiche Nahrung ist hier essenziell.
- Bug-Out (Evakuierung zu Fuss): ca. 3.000 - 4.000 kcal. Das Tragen von schwerem Equipment in unwegsamem Gelände bei Stress verdoppelt den Energiebedarf.
2. Aufbau des rotierenden Notvorrats
Ein Fehler vieler Anfänger ist der Kauf teurer "Survival-Eimer", die dann jahrelang unberührt im Keller stehen. Profis setzen auf das Rotationsprinzip (FiFo - First In, First Out): Es werden Lebensmittel eingelagert, die man auch im normalen Alltag konsumiert. Neue Einkäufe wandern nach hinten ins Regal, verbraucht wird von vorne.
| Kategorie | Haltbarkeit | Vorteile & Nachteile |
|---|---|---|
| Trockenprodukte (Reis, Linsen, Nudeln) |
2 bis 5 Jahre (luftdicht verschlossen bis zu 15 Jahre) | Extrem günstig, hoher Brennwert. Nachteil: Benötigen sehr viel Wasser und Brennstoff zur Zubereitung. |
| Nasskonserven (Eintöpfe, Ravioli, Gemüse) |
3 bis 10 Jahre (unabhängig vom MHD) | Können zur Not kalt direkt aus der Dose gegessen werden, enthalten bereits Wasser. Nachteil: Sehr schwer (nicht für Bug-Out-Bag geeignet). |
| Gefriergetrocknet (Trekking-Mahlzeiten) |
15 bis 25 Jahre | Extrem leicht, schnell zubereitet (nur heisses Wasser nötig). Ideal für Bug-Out. Nachteil: Sehr teuer in der Anschaffung. |
| MRE / EPA (Militärische Rationen) |
5 bis 10 Jahre | Komplettpaket inkl. Kocher, Snacks und Hauptmahlzeit. Hohe Kaloriendichte. Nachteil: Hoher Müllanteil, gewöhnungsbedürftiger Geschmack. |
3. Zubereitung ohne Strom (Outdoor-Kocher)
Der klassische Camping-Gaskocher (Kartuschen) ist die zuverlässigste und sauberste Methode für das Bug-In Szenario. Für den Bug-Out-Bag empfiehlt sich ein Hobo-Kocher (Holzvergaser), da der Brennstoff (Äste, Zapfen) in der Natur unbegrenzt verfügbar ist.
// SOP: Koch-Disziplin (OPSEC)
Die Zubereitung von Nahrung produziert Gerüche. Koche in urbanen Krisensituationen in den frühen Morgenstunden (zwischen 0300 und 0500), wenn die meisten Menschen schlafen. Vermeide stark gewürzte Speisen (Curry, Braten), deren Geruch weit trägt. Haferflocken, Reis oder Trekkingnahrung produzieren fast keine Geruchsemissionen.
// ENDE DES PROTOKOLLS //